Ohrenschmalz-Entfernen.info So funktioniert Ohrenreinigung richtig!

Gliederfüßer in den Ohren – Mythos oder Wahrheit?

Gliederfüßer in den Ohren - Mythos oder Wahrheit?

Über Gliederfüßer in den Ohren existieren viele erfundene Geschichten. Bestes Beispiel: Der „Ohrenkneifer„.

Wann immer es um Geschichten über Insekten und andere Gliederfüßer geht, die in menschliche Ohren krabbeln, kann man zwei verschiedene Arten von Fällen unterschieden:

Die modernen Sagen, also die frei erfundenen oder gefaketen Mythen, die durch bearbeitete Bilder oder gefälschte Videos vermeintlich belegt werden sollen und die Fälle, die auf realen Begebenheiten basieren. Diese werden im Idealfall als medizinischer Notfall dokumentiert und auch fotografisch belegt.

Heutzutage wird es allerdings immer schwieriger, die Unterschiede zwischen den beiden Fällen eindeutig auszumachen. Die Fälschungen werden mit Hilfe von modernen Mitteln nämlich immer perfekter inszeniert.

Es stellt sich daher die Frage, wie man Wahrheit und Fiktion voneinander unterscheiden kann. Im folgenden Artikel finden Sie dazu einige Denkanstöße. 

Moderne Mythen über Tiere in Ohren, Augen oder Nase

Der Wahrheitsgehalt der ersten Art von Geschichten ist logischerweise gleich Null. Die Volkskunde hat moderne Mythen wie diese bereits in den Neunzigern des vergangenen Jahrtausends zum Thema der Erzählforschung gemacht. Die volkskundlichen Wissenschaftler sammeln seit einigen Jahren Beispiele solcher Storys, die von den Menschen immer und immer wieder erzählt werden.

Man könnte diese Geschichten als moderne Märchen oder Gruselgeschichten bezeichnen. Sie basieren auf bestimmten Stereotypen. Mythen arbeiten thematisch mit unseren tiefsten Ängsten. Zugleich haben sie aber auch einen gruseligen Reiz. Man denkt: „Gott sei Dank passieren solche Dinge immer den anderen.“ Es ist für viele Menschen der blanke Horror, winzige Tiere im Ohr zu haben.

Aber der Voyeurismus siegt, wenn man solche Vorfälle von anderen Personen hört. Der Erzähler untermauert den angeblichen Wahrheitsgehalt solcher Geschichten damit, dass er Fotos präsentiert oder den Betroffenen angeblich persönlich kennt. Man kann angesichts der gut gemachten Fake-Beweise heutzutage kaum noch unterscheiden, was ein moderner Mythos ist und was nicht. Die modernen Mythen verkleiden sich genauso als wahre Geschichte wie alle tatsächlichen Vorkommnisse.

Kleine Tierchen im Ohr: Mythos oder Wahrheit?

Die meisten Geschichten über Tiere im Ohr sind frei erfunden

Die meisten Geschichten über Tiere im Ohr sind frei erfunden. Grashüpfer fühlen sich beispielsweise im freien Feld viel wohler.

Immer wieder werden entsprechende Mythen in Tageszeitungen wie der BILD oder auf YouTube kolportiert. Jugendliche sammeln beispielsweise solche Videos. Sie verteilen sie tausendfach über Smartphones und Tablets weiter – hauptsache sie sind gruselig oder schockierend genug. Auf diese Weise erhalten viele Videos über Gliederfüßer im Ohr eine weite Verbreitung.

Hinzu kommt: Die als Video oder Erzählung kolportierten Geschichten werden mit jedem Weitergeben gefühlt immer wahrer. Man vermeint sogar zu spüren, dass irgendetwas im eigenen Ohr krabbelt.

Den Wahrheitsgehalt solcher Geschichten kann man kaum beurteilen. Sofern die angeblich beweiskräftigen Aufnahmen nicht nachweislich aus einer medizinischen Quelle stammen, muss man den Wahrheitsgehalt vieler Geschichten wohl bezweifeln. Angesichts schwachsinniger Online-Challenges, die gelangweilte Kids heute mitmachen, kann man außerdem nicht ausschließen, dass sie sich selbst Insekten ins Ohr stecken, um diese dann filmreif entfernen zu lassen.

Medizinisch nachgewiesene Vorfälle

Tatsächlich können sich Tiere über die Ablage von Larven oder auf anderem Wege in unserem Organismus einnisten. Medizinische Bilder in Fachbüchern und Fachmagazinen beweisen das. Dies passiert allerdings eher in tropischen Ländern als in Europa.

Kleinere Tiere, die nachts auf einem menschlichen Körper herumklettern, können durchaus einmal unbemerkt in das Ohr gelangen. Tagsüber würde man so etwas wohl bemerken und das hineinkrabbelnde Tier durch Schütteln des Kopfes am Weitergehen hindern – in der Nacht kann man sich allerdings nicht dagegen wehren.

Oft handelt es sich um verirrte Mücken, um Motten, Milben, Zecken, kleine Käferarten oder Kakerlaken bzw. Küchenschaben. Ob diese eine sichere Höhle suchten oder andere Pläne hatten, erfahren wir meistens nicht.

Ohrwürmer, Ohrenkneifer und andere Insekten

In einigen Fällen, die man allerdings nicht ernst nehmen kann, handelt es sich um ein Musikstück, das wegen seiner Hartnäckigkeit, sich im Gehörgang einzunisten, als Ohrwurm bezeichnet wird. Der Ohrwurm ist harmlos. Er wird daher medizinisch nicht erfasst.

Auch der sogenannte Ohrenkneifer oder Ohrenpitscher ist kein Geselle, der sich von Natur aus freiwillig ins menschliche Ohr begibt. Er ergreift meist die Flucht, wenn er Menschen nahen hört. Trotzdem krabbeln Ohrenkneifer gelegentlich auf dem menschlichen Körper herum. Es dürfte sich in den meisten Fällen um ein Versehen handeln, wenn er dabei in ein Ohr hinein gerät – zum Beispiel, weil jemand im hohen Gras einer duftenden Wiese oder in einem Heustadel eingeschlafen ist. Die Folge dieser Einnistung kann ein Jucken und Kribbeln im Ohr sein.

Je kleiner das Insekt ist, desto tiefer kann es sich im Gehörgang einnisten. Oftmals kommt es dann alleine und im Rückwärtsgang nicht mehr heraus.

Nothilfemaßnahmen gegen Insekten im Ohr

Mit Hilfe einer Pinzette können kleine Tierchen aus dem Ohr herausgefischt werden

Pinzetten eignen sich wunderbar zur Entfernung von kleinen Insekten. Man sollte allerdings aufpassen, dass man sie komplett erwischt.

Als erste Nothilfe kann man den Betroffenen flach auf den Bauch hinlegen und ihn bitten, den Kopf mit der betroffenen Kopfseite nach rechts oder links zu drehen. Dann gießt man Pflanzenöl in den Gehörgang. Notfalls funktioniert natürlich auch Wasser. Die Flüssigkeit belässt man eine Zeit lang im Ohr. Das Tierchen sollte sich nicht mehr bewegen. Ist das der Fall, kann man das Ohr mit lauwarmem Wasser ausspülen, um das Tier zu entfernen. Sitzt es oberflächlich und im Sichtbereich, kann man eine Pinzette zu Hilfe nehmen.

Die bessere bzw. sicherere Wahl ist aber der Gang zum HNO-Arzt. Denn: Das Tier kann sich im Ohr festbeißen oder Teile seines Körpers verbleiben beim Ausspülen im Ohr. Dort können sie Entzündungen hervorrufen. Noch schlimmer wäre es, wenn die Parasiten im Ohr Eier ablegen. Insofern ist mit einem Kleintier im Ohr nicht zu spaßen. Zecken können Borreliose auslösen, andere Tiere Keime in Bisswunden hinterlassen. Es kann ein Entzündungsherd an einer Stelle entstehen, die niemand sehen kann. Der Verursacher kann längst entkommen oder tot sein.

Kuriose medizinische Vorfälle

Tatsächlich kennt die Medizin etliche kuriose Vorfälle, die Schlagzeilen gemacht haben. Oft werden solche Entdeckungen mit entsprechenden Bildern hinterlegt. Genau das machen sich auch die Kolporteure erfundener Geschichten aus diesem Metier zunutze.Allerdings:  Es ist eher nicht anzunehmen, dass sich alte Menschen oder Kinder freiwillig ein Insekt ins Ohr stecken. Insofern besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass solche Geschichten wahr sein könnten. Bei männlichen Teenagern kann man sich nie sicher sein, ob es sich nicht um eine bereits erwähnte Challenge oder die Gier nach Aufmerksamkeit handelt.

Andererseits: Kleine Kinder verschlucken Murmeln und essen Käfer, um zu probieren, wie diese schmecken. Ausschließen kann man eine Absicht also nicht immer. Immerhin kann man sich mit so einer Geschichte interessant machen. Wie ein Parasitenbefall aus medizinischer Sicht im Ohr aussehen könnte, wird hier gezeigt. Dieses Video will nicht spektakulär sein, sondern über Gefahren von Parasiten im Ohr aufklären.

Was beweist die Echtheit solcher Stories?

Bestätigte Geschichten über Ohrenbewohner landen eher in seriösen Zeitungen als in der BILD. Hier ist ein Beispiel für einen solchen Bericht. Der Wahrheitsgehalt wird von der Klinik bestätigt. Doch auch konkrete Namensnennungen und definierte Ortsangaben müssen keine eindeutigen Beweise für die Echtheit der Nachricht sein. Der Echtheitsanspruch kann nur dann als gesichert angesehen werden, wenn die Quelle eine seriöse medizinische Dokumentation oder eine Fachzeitschrift ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.